Wie die LGB die Ausfallzeiten der kritischen Geodatendienste Brandenburgs um über 90 % reduziert hat
Herausforderung
- Rettungsdienste, Katastrophenschutz und über 110 Behörden verlassen sich auf die Geodatendienste der LGB in geschäftskritischen Szenarien, in denen Ausfallzeiten keine Option sind
- Die öffentlichen Geoportale der LGB verknüpfen dutzende voneinander abhängiger Karten-, Such- und Datendienste – ein einzelner Ausfall kann sich über die gesamte Plattform auswirken
- Die EU-INSPIRE-Richtlinie schreibt eine Verfügbarkeit von mindestens 99 % für öffentliche Geodatendienste vor – für die LGB liegt die Messlatte jedoch höher: Wenn Einsatzkräfte sich auf Ihre Karten verlassen, sind 99 % keine Zielgröße, sondern eine Untergrenze
Warum Checkmk
- Einheitliches Monitoring von Infrastruktur und Applikationen auf einer Plattform
- Synthetic Monitoring erkennt Probleme, die klassisches Infrastruktur-Monitoring übersieht – durch Tests echter User Journeys
- Benannte Testschritte identifizieren die fehlerhafte Komponente direkt in der Meldung – die Ursache ist sofort sichtbar
Ergebnisse
- Jährliche Ausfallzeit der Kartenanwendung „Brandenburg-Viewer“ um rund 92 % reduziert – von 35 Stunden im Jahr 2012 auf 2,6 Stunden im Jahr 2025
- Jährliche Ausfallzeit der Kartenanwendung „Geoportal Brandenburg“ um rund 97 % reduziert – von ca. 26 Stunden im Jahr 2012 auf unter eine Stunde im Jahr 2025
- Applikationsseitige Störungen werden in Minuten eingegrenzt, nicht in Stunden
Über die LGB
-
Branche
Öffentlicher Sektor / Geodaten
-
Sitz
Frankfurt (Oder), Brandenburg
-
Mitarbeiter
260
-
Größenordnung
100 TB Geodaten, 50 Millionen Katasterabfragen pro Jahr, 500+ Geodienste für 110+ Behörden
-
Lösung
Checkmk + Checkmk Synthetic Monitoring
Herausforderung
Wer die LGB ist – und warum Ausfall keine Option ist
Seit 2002 ist die Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) der offizielle Geodatenanbieter des Landes Brandenburg. Vom Hauptsitz in Frankfurt (Oder) sowie den Betriebsstellen in Potsdam und Prenzlau aus pflegt die LGB die topographischen Basisdaten, das Liegenschaftskataster, den satellitengestützten Positionierungsdienst und die digitalen Landschaftsmodelle, auf die sich das Land verlässt.
Es handelt sich um geschäftskritische Daten, auf die Rettungsdienste und der Katastrophenschutz bei Waldbränden und anderen Einsätzen angewiesen sind. Landwirte im ganzen Land benötigen Luftbilder und eingezeichnete Flurstücksgrenzen der LGB, um innerhalb fester Drei-Monats-Fenster EU-Fördermittel zu beantragen – wer das Fenster verpasst, verliert die Förderung. Über 110 Behörden und Kommunen greifen täglich auf LGB-Dienste zu.
Die Größenordnung unterstreicht, warum Ausfallzeiten kein reines IT-Problem sind: 100 Terabyte verwaltete Geodaten, 50 Millionen Katasterabfragen pro Jahr, über 500 produktive Geodienste. Die LGB ist kein kommerzieller Anbieter, und ihr Verfügbarkeitsanspruch liegt über den 99 %, die die EU-INSPIRE-Richtlinie fordert.


Das Herzstück der öffentlichen Nutzerinteraktion bildet eine Reihe von Viewer-Anwendungen wie der „Brandenburg-Viewer“ und das „Geoportal“ sowie dutzende weitere interaktive Karten, etwa zur Visualisierung von Straßen- und Fluglärm. Jede Viewer-Anwendung bezieht Daten aus zahlreichen voneinander abhängigen Hintergrunddiensten, teils von externen Anbietern. Ein Portal kann scheinbar laden, während im Hintergrund eine API, ein Kachel-Dienst oder ein Fremddaten-Feed lautlos ausfällt.
Klassisches Infrastruktur-Monitoring bestätigt, dass Server und Dienste laufen. Es bestätigt nicht, dass der Nutzer tatsächlich nach einem bestimmten Flurstück suchen, die Luftbild-Ebene umschalten oder die benötigte Karte laden kann. Wenn der Nutzer das Problem meldet, ist der Schaden bereits entstanden.
Für mich besteht die Stärke unseres Synthetic Monitorings darin, zu zeigen, ob das gesamte System wirklich zusammenarbeitet. Die ganze Band muss spielen, kein einzelner Musiker darf ausfallen.
Lösung
Warum Checkmk
Mit Checkmk und Checkmk Synthetic Monitoring deckt die LGB Infrastruktur und Applikationen aus einer Plattform ab. Tests aus Nutzerperspektive laufen in derselben Backend-, Alerting- und Dashboard-Umgebung, in der das Betriebsteam ohnehin arbeitet. Infrastrukturzustand und echte Nutzererfahrung sitzen in einer Ansicht. Die Tests decken die vollständige User Journey ab: Die Karte rendert, die Adresssuche liefert Treffer, Layer schalten um, die richtigen Daten laden.
Jeder Schritt jeder User Journey ist als benannte, lesbare Prüfung definiert – ein sogenanntes KPI-Keyword. Ein „KPI-Keyword“ beschreibt, was getestet wird, nicht den darunterliegenden Code. Wenn ein Test fehlschlägt, nennt die Meldung den genau betroffenen Schritt, etwa „Adresse suchen“ oder „Routenplaner öffnen“. Das allein lenkt das Team zur betroffenen Komponente im Stack – oft, bevor ein Log geöffnet wird. Das ist der Mechanismus hinter der täglichen Erfahrung des Teams: Der benannte Schritt identifiziert den verantwortlichen Dienst oder die verantwortliche Abhängigkeit, und die einheitliche Checkmk-Ansicht zeigt, ob die Ursache ein Server, eine Datenbank, eine Applikation oder ein externer Feed ist – an derselben Stelle, an der der Alarm ausgelöst wurde.

Ergebnisse
Ausfallzeiten um eine Größenordnung reduziert
Die jährlichen Verfügbarkeitsberichte, die die LGB offen veröffentlicht, zeichnen ein klares Bild. Mit Checkmk und Checkmk Synthetic Monitoring ist die Verfügbarkeit der beiden Flaggschiff-Portale gestiegen – und dort geblieben.
Beide Dienste bleiben seit 2017 jährlich über der EU-INSPIRE-Grenze von 99 % und liegen heute komfortabel über 99,9 %. Das Geoportal meldete sowohl 2022 als auch 2024 jeweils 100,00 %.
Infrastruktur- und Synthetic Monitoring auf derselben Plattform zu betreiben, liefert der LGB mehr als gute Verfügbarkeitszahlen. Das Team erhält eine einheitliche Betriebsansicht, in der Serverzustand, Applikationsverhalten und echte User Journey nebeneinander stehen. Wenn eine Viewer-Anwendung zu versagen beginnt, ist die Ursache – Netz, Rechenleistung, Applikation oder ein Fremddatendienst – an derselben Stelle sichtbar, an der der Alarm ausgelöst wurde.
-
Die Verfügbarkeit wurde über fast ein Jahrzehnt hinweg auf über 99,9 % gesteigert
-
Deutliche Reduzierung der Ausfallzeiten
-
Verbesserte Transparenz über Infrastruktur und Anwendungen hinweg
-
Dank Synthetic Monitoring gelten für QA und Monitoring gemeinsame Abnahmekriterien.
-
Zeit- und Arbeitsersparnis für das Fachpersonal
Als nützlicher Nebeneffekt nutzt die LGB dieselben synthetischen Tests als Abnahmekriterien in der Qualitätssicherung. Monitoring und QA teilen sich denselben Code, dieselben Werkzeuge und dasselbe Verständnis davon, was „funktioniert“ bedeutet.
Für eine Organisation, auf deren Dienste das Land Brandenburg nicht verzichten kann, ist genau diese Kombination das, was die ganze Band im Takt hält: durchgängige Sichtbarkeit, eine direkte Verbindung vom Alarm zur betroffenen Komponente und ein Monitoring, das die echte Nutzererfahrung abbildet.
Verbesserungen der Verfügbarkeit (2012 bis 2025)
|
Dienst
|
2012
|
2015
|
Ausfallzeit 2012
|
Ausfallzeit 2025
|
Reduktion
|
|---|---|---|---|---|---|
| Geoportal Brandenburg | 99.7% | 99.99% | ca. 26 Stunden / Jahr | 53 Minuten / Jahr | ~rund 97 % |
| Brandenburg Viewer | 99.6% | 99.97% | ca. 35 Stunden / Jahr | ~ca. 2,6 Stunden / Jahr | rund 92 % |
Synthetic Monitoring fängt Fehler regelmäßig ab, bevor Nutzer sie bemerken – etwa eine Datenbankänderung, die an anderer Stelle etwas kaputtmacht – und führt uns direkt zur betroffenen Komponente. Fehlersuche, die früher Stunden gedauert hätte, dauert heute Minuten.
Über den Kunden

Die Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) ist der offizielle Geodatenanbieter des Landes Brandenburg. Die 2002 gegründete Organisation beschäftigt 260 Mitarbeiter und verwaltet 100 Terabyte an wichtigen Geodaten, darunter topografische Basisdaten, Katasterregister und digitale Landschaftsmodelle. Auf ihre Dienste verlassen sich über 110 Behörden, Katastrophenschutzteams und Landwirte.