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Künstliche Intelligenz wird häufig als Antwort auf die zunehmende Komplexität in der IT angepriesen. Unsere Checkmk-Studie IT Tooling in Transition, für die 262 IT-Fachkräfte aus mehr als 35 Ländern befragt wurden, zeichnet jedoch ein anderes Bild: KI hält zwar zunehmend Einzug in den IT-Betrieb, die Einführung erfolgt jedoch vorsichtig und uneinheitlich. Strategisch verankert ist die Nutzung von KI bislang kaum. Gleichzeitig bleiben zentrale Themen wie Monitoring, Automatisierung und die Entscheidung zwischen Cloud und On-Premises unverändert wichtig.

Wo IT-Teams beim Thema KI tatsächlich stehen und was das für das Monitoring bedeutet, zeigt dieser Beitrag.

TL;DR

  • KI ist im Mainstream angekommen: 89 % der Unternehmen setzen sie bereits in irgendeiner Form ein. 
  • Nur 12 % haben KI unternehmensweit eingeführt.
  • Die größte Hürde ist nicht die Technologie, sondern das Vertrauen. Die Genauigkeit und Vertrauenswürdigkeit ihrer Ergebnisse sowie Datenschutz zählen zu den wichtigsten Bedenken.
  • IT-Teams sehen das größte Potenzial von KI im Monitoring, insbesondere bei der Anomalieerkennung und der automatisierten Log-Analyse.
  • Trotz des KI-Booms bleibt Monitoring das wichtigste Thema IT-Betrieb, noch vor Cloud-Plattformen und Automatisierung.

Bewährte Technologien dominieren

Trotz der intensiven KI-Debatte der letzten Jahre spielen KI-gestützte Tools in der täglichen IT-Arbeit bisher nur eine kleine Rolle: Mit nur 27 % landen sie abgeschlagen auf dem letzten Platz der Relevanz-Rangliste. IT-Monitoring und Observability führen das Feld dagegen mit 95 % unangefochten an – noch vor Virtualisierung und Containerisierung (87 %), Netzwerk-Management (74 %) und Incident-Management (72 %).

Log-Management und SIEM sind inzwischen für 65 % der Befragten relevant, CI/CD- und Automatisierungstools für 55 %. Beide Bereiche liegen damit klar vor den Cloud-Plattformen (44 %). Deren Bedeutung  ist im Vergleich zu unserer Erhebung von 2023 sogar um 10 Prozentpunkte gesunken – ein klares Signal, dass der „Cloud-first“ -Reflex der vergangenen Jahre einer differenzierteren Betrachtung weicht.

tool relevance

Diese Zurückhaltung gegenüber der Cloud zeigt sich noch deutlicher bei der Frage, wie IT-Teams ihre Infrastruktur heute neu aufbauen würden: 73 % favorisieren eine hybride Architektur. Der Anteil der „Cloud-only“-Befürworter ist binnen zwei Jahren von 55 % auf 21 % gesunken. Umgekehrt setzt inzwischen mehr als die Hälfte (53 %) primär auf On-Premises mit ergänzender Cloud-Nutzung.

Der Haupttreiber dahinter: der Wunsch nach digitaler Souveränität und Kontrolle über sensible Daten (60 %), gefolgt von Skalierbarkeit und Flexibilität (44 %), Kosteneffizienz (40 %) sowie Compliance-Anforderungen (31 %). Die Cloud-Euphorie vergangener Jahre ist einem pragmatischeren Blick gewichen: IT-Teams entscheiden sich nicht mehr grundsätzlich für die eine oder andere Seite, sondern kombinieren gezielt die Vorteile beider Welten – abgestimmt auf Sicherheitsanforderungen, Skalierbarkeit und Kosten.

cloud strategy drivers

KI kommt an – aber ohne Strategie

Fast 9 von 10 Unternehmen (89 %) setzen inzwischen in irgendeiner Form KI ein. Doch nur ein kleiner Teil davon – gerade einmal 12 % – nutzt sie bereits flächendeckend und strategisch in Geschäftsprozessen. Der Rest bewegt sich zwischen Pilotprojekt (29 %), sich entwickelnder Strategie (20 %) und bedarfsgetriebener Ad-hoc-Nutzung (28 %). Lediglich 11 % verzichten bislang komplett auf den Einsatz von KI.

AI maturity

Auf der persönlichen Ebene zeigt sich ein ähnlich gemischtes, aber tendenziell positiveres Bild: 51 % der Befragten stehen KI grundsätzlich optimistisch gegenüber, 17 % sind neutral eingestellt, 20 % sind skeptisch und 12 % äußern konkrete Bedenken. IT-Profis erkennen das Potenzial – aber die Unternehmensrealität hinkt der Zuversicht hinterher.

Fehlendes Vertrauen als größte Hürde

Die Zurückhaltung hat klare Gründe. An der Spitze der Bedenken steht mit großem Abstand die Frage nach Genauigkeit und Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse (81 %) – gefolgt von Sicherheits- und Datenschutzrisiken (78 %). Weit dahinter, aber keineswegs unbedeutend, folgen fehlende Kompetenzen und Trainings (41 %) sowie regulatorische Unsicherheit und unklare Governance-Strukturen (29 %). Die größte Hürde für den breiten Einsatz von KI ist somit nicht die Technologie an sich, sondern das Vertrauen in ihre Ergebnisse – und die organisatorischen Rahmenbedingungen.

AI top concerns

Diese Skepsis spiegelt sich auch in der Praxis wider: Nur etwas mehr als ein Viertel (26 %) der KI-Nutzer gibt an, dass die Technologie ihre Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen hat. Fast genauso viele (22 %) berichten von enttäuschten Erwartungen, und mehr als die Hälfte (52 %) sieht die Erwartungen nur teilweise erfüllt. Laut unserer Umfrage hat KI ihren Praxistest im IT-Betrieb damit noch nicht bestanden.

AI expectations vs reality

Im IT-Alltag bleibt KI daher vor allem ein operativer Helfer statt eines strategischen Werkzeugs: 63 % der Befragten nutzen generative KI-Tools wie ChatGPT für allgemeine Aufgaben, die Hälfte setzt sie für Skripting und Konfiguration ein (z. B. GitHub Copilot), 27 % für Chatbots im Support. Anspruchsvollere, eigenständig agierende KI-Systeme – etwa im Monitoring oder in der automatisierten Ticketbearbeitung – nutzen bislang nur rund 10 %.

Das größte KI-Potenzial liegt im Monitoring

Lediglich rund 10 % der Befragten setzen KI bislang aktiv im IT-Monitoring ein – erstaunlich wenig, wenn man bedenkt, dass gerade in diesem Bereich das größte Potenzial gesehen wird. Ein Blick in den Monitoring-Alltag zeigt warum: 68 % der Befragten benennen die Alarmflut und die daraus resultierende Alert-Fatigue als größte Herausforderung. An zweiter Stelle folgen begrenzte Einblicke in hybride oder Multi-Cloud-Umgebungen (58 %). 

Entsprechend sehen die Befragten das größte Potenzial für KI im Monitoring dort, wo sie die identifizierten Schmerzpunkte direkt adressiert: in der Anomalie-Erkennung (66 %) und der automatisierten Log-Analyse mit Root-Cause-Ermittlung (63 %).

Deutlich geringer fällt die Erwartung an Chatbots und virtuelle Assistenten (15 %) sowie Kapazitäts- und Nachfrageprognosen (10 %) aus. Dies zeigt: IT-Teams erwarten von KI im Monitoring keine netten Zusatzfeatures, sondern konkrete Entlastung an den Stellen, die heute am meisten belasten. Dass nur 2 % der Befragten KI im Monitoring grundsätzlich keinen Nutzen zuschreiben, bestätigt dieses Bild.  

AI potential monitoring

Fazit

KI ist mehr als ein überschätzter Hype – das zeigt allein schon, wie viele Unternehmen sie bereits in irgendeiner Form einsetzen. Aber die Vision eines echten „Gamechangers“ hat sich noch nicht erfüllt. Der Grund dafür ist selten die Technologie selbst, sondern vor allem das fehlende Vertrauen in ihre Zuverlässigkeit sowie Datenschutz- und Sicherheitsrisiken.

Gleichzeitig zeigt unsere Umfrage: Die Grundlagen der IT bleiben entscheidend. Monitoring bleibt das Fundament moderner IT-Betriebsprozesse – insbesondere in zunehmend hybriden Umgebungen. Und genau hier erwarten IT-Teams den größten Mehrwert von KI – nicht als Ersatz für Monitoring, sondern als intelligente Erweiterung, die Monitoring schneller, effizienter und besser nutzbar macht.

Methodik

Für unsere Umfrage IT Tooling in Transition haben wir im Herbst 2025 262 IT-Fachkräfte aus mehr als 35 Ländern befragt, mit einem Schwerpunkt auf Deutschland, den USA und weiteren europäischen Ländern. Die Befragten arbeiten überwiegend in IT-Operations-, DevOps- und IT-Leitungsfunktionen; 68 % verfügen über mindestens zehn Jahre Berufserfahrung.